Bei Nacht...

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Bei Nacht...

Beitragvon Jürgen » 27. Mai 2012, 08:35

Bei Nacht im Traum...

Der Sand fällt ab, vom Stein zertrennt,
Naturgewalt zerstört den Fels,
die Dämmerung dem Tag entspringt,
die Nacht steigt auf, der Wind leis‘ singt.

Den Nachtgesang man deutlich hört,
Vögel schweigen, nichts geschieht,
ein Uhu ruft, sein leiser Schrei,
die letzte U-Bahn fährt vorbei.

Das dunkle Naß senkt sich herab,
läßt nieder sich auf Moos und Blatt,
der Moder riecht, ein Reh verirrt,
noch immer Schweigen, nichts passiert.

Ein Schattenlicht der Mond nur bringt,
die Bäume nehmen ihm die Kraft,
die Feder mit der Nässe ringt,
der Uhu sitzt auf seinem Ast.

Die Seele löst sich ab vom Fleisch,
zurück bleibt nur ein leerer Sack,
die Kälte zieht nun langsam auf,
die Erde gibt sie gerne ab.

Dämonen fühlen sich jetzt wohl,
die Finsternis lockt sie herbei,
kein Tier wagt sich jetzt noch hervor,
verschlossen sind fest Tür und Tor.

Die Nacht ist lang, so kalt und leer,
der Uhu schweigt, er schreit nicht mehr,
die Träume toben sich jetzt aus,
kein Mensch schaut jetzt zur Tür hinaus.

Gedanken ziehen unendlich weit,
schweifen durch Zeit und Raum,
Gedanken werden Wirklichkeit,
doch nur bei Nacht im Traum...


© Jürgen Altenbernd
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